You are browsing the archive for Arne Semsrott, Walter Palmetshofer.

Schufa gibt nach: Elektronische Auskünfte ab 2019

- December 3, 2018 in Uncategorized

Nach Monaten des Widerstands hat die Schufa zugesagt, künftig auch Daten-Auskünfte von Privatpersonen elektronisch zu beantworten. Das bestätigte der Hessische Datenschutzbeauftragte gegenüber OpenSchufa, unserer gemeinsamen Initiative mit AlgorithmWatch. Nach Artikel 15 der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) ist die Schufa seit Mai dazu verpflichtet, Auskünfte nicht mehr nur wie bisher postalisch, sondern auch elektronisch zugänglich zu machen. Das Unternehmen wird auf Datenkopien, die es weiterhin in gedruckter Form auf dem Postweg versendet, künftig individuelle Zugangscodes aufdrucken. Damit sollen sich Empfänger auf dem Online-Portal der Schufa einloggen können. Der Hessische Datenschutzbeauftragte hat sich mit diesem Vorgehen einverstanden erklärt. Diese Lösung soll “zu Beginn des nächsten Jahres” umgesetzt werden. Ob die Anforderung der Daten bei der Schufa allerdings weiterhin so umständlich bleibt wie bisher, ist unklar. Die Recherchen von Spiegel Online und Bayerischem Rundfunk zu den Daten aus Open Schufa haben derweil große Reaktionen in der Politik ausgelöst. Justizministerin Katarina Barley forderte mehr Transparenz für Auskunfteien wie die Schufa, darunter die Offenlegung von Merkmalen und Gewichtungen in den Algorithmen. Auch die Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag, Renate Künast, und die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Tabea Rößner, forderten gesetzliche Regelungen für mehr Transparenz. Trotz aller Kritik hält die Schufa an ihrer Mauertaktik fest. Sie nennt die bisherige Berichterstattung “unsachlich” und kritisiert, dass die Datenbasis der Schufa-Analysen zu klein sein. Darin stimmen wir überein: Wir würden es begrüßen, wenn die Schufa eine größere Datenbasis für Analysen bereitstellen würde. Den Verweis auf vermeintliche Prüfungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), den die Schufa noch im Februar als Verteidigung für ihr Vorgehen angegeben hatte, findet sich in der aktuellen Stellungnahme der Schufa nicht mehr wieder. Mit gutem Grund: Wie die Bafin uns auf Anfrage mitteilte, ist die “Beschreibung der Aufgaben der BaFin auf der Internetseite der SCHUFA” aus Sicht der Bafin “missverständlich”. Aber nicht nur die Schufa, auch weitere Auskunfteien brauchen mehr Transparenz.

OpenSchufa: Die Ergebnisse

- November 28, 2018 in Uncategorized

Lange hat es gedauert, aber heute werden die ersten Analysen des OpenSchufa-Datensatzes veröffentlicht. Die Redaktionen vom SpiegelOnline und dem Bayerischen Rundfunk haben die anonymisierten Daten, die wir mithilfe von OpenSchufa im Frühjahr gesammelt haben, ausgewertet. Herzlichen Dank an alle Personen, die uns für das Projekt Geld, Zeit und Daten gespendet haben!

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Schlechte Scores auch ohne Negativmerkmale
Viele Personen haben schlechte Schufa-Scores, obwohl sie keine negativen Merkmale haben. Im OpenSchufa-Datensatz finden sich mehr als 20 Verbraucherinnen und Verbraucher, denen die Schufa ein „erhöhtes Risiko“ bescheinigt, obwohl ihre Finanzhistorie nicht mehr als drei Einträge umfasst - ausschließlich positive. Das bedeutet: Offenbar ist der Schufa-Algorithmus fehleranfällig. Wenn auch Personen, die keine Schulden oder Zahlungsausfälle haben, schlechte Scores bekommen, ist das Scoring-Verfahren kaputt.
  • Angeblich genaue Scores trotz ungenauer Daten
Die Schufa-Scores suggerieren der Öffentlichkeit, dass sie besonders wissenschaftlich erstellt werden. Ein Teil dieses Bildes wird durch die angebliche Genauigkeit von Scores wie beispielsweise 85,04% oder 97,41% erzeugt. Die Angaben sind allerdings irreführend. Oft fehlt der Schufa die Datenbasis, um tatsächlich zuverlässige Aussagen über die Kreditwürdigkeit von einzelnen Personen treffen zu können. Statistische Fehlerbereiche fehlen. Der Score ist in diesen Fällen nicht besonders vertrauenswürdig.
  • Faktoren: Alter, Geschlecht und Umzüge
Der OpenSchufa-Datensatz legt nahe, dass Faktoren wie Alter, Geschlecht und viele Umzüge sich auf den Schufa-Score auswirken. Das bedeutet: Auch Aspekte, die nicht beeinflussbar sind, könnten negative Schufa-Scores hervorrufen. Mit den Daten lässt sich nicht abschließend sagen, wie genau die Faktoren auf den jeweiligen Score wirken und ob die Schufa diese einzeln in die Berechnung eingehen lässt oder sie kombiniert. Es könnte sein, dass die Scores diskiminieren.
  • Manche Scores sind aus der Zeit gefallen
In vielen Bereichen hält die Schufa aus einem Scoring-Bereich mehrere Score-Versionen über Einzelpersonen. Das führt dazu, dass Personen beispielsweise nach der Version 1 des Schufa-Bankenscores einen schlechteren Score haben als nach Version 2 oder Version 3 des Schufa-Bankenscores. Wer Pech hat, dass eine Bank eine ältere Score-Version von der Schufa anfordert, hat in einem solchen Beispiel schlechtere Karten. Dass die älteren Score-Versionen noch herausgegeben werden, führt offenbar zu Diskriminierungen.

Daraus ergeben sich diese Forderungen:

Dank OpenSchufa hat sich bereits der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz mit Scoring-Transparenz beschäftigt. Er hat sich dafür ausgesprochen, dass die Schufa und weitere Scoring-Anbieter ihren Algorithmus offenlegen. Merkmale und Gewichtung des Scores müssen für den Verbraucher verständlich werden. Wie auch die Ergebnisse von OpenSchufa zeigen, muss mögliche Diskriminierung geprüft und offengelegt werden. Ein zentrales Problem bei der Schufa ist offenbar die Qualität des Scores und der ihr zugrunde liegenden Daten. Weitere Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks hat bereits gezeigt, dass die Aufsicht der Schufa und anderer Scoring-Anbieter mangelhaft ist. Die Schufa bezahlt selbst für die Gutachten, die sie eigentlich unabhängig prüfen sollen. Das Bundesministerium hat bereits angekündigt, die Empfehlungen des Rats zu prüfen. Die Schufa sollte neben Transparenz auch ihre Verantwortung in der Gesellschaft akzeptieren. Dazu gehört, dass die Schufa mit Forschern, Journalistinnen und der Zivilgesellschaft konstruktiv kooperieren sollte. Bisher ist die Pressestelle der Schufa vor allem dadurch aufgefallen, dass sie Journalistinnen einschüchtert.

Und was ist mit dem Schufa-Algorithmus?

Wir arbeiten derzeit noch daran, verschiedene Aspekte der Schufa-Formel zuverlässig zu entschlüsseln. Die Herausforderung: Von rund 30.000 Anfragen, die Nutzer über selbstauskunft.net an die Schufa gestellt haben, sind an uns nur rund 3.000 Datensätze weitergeleitet worden, die vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Milieus stammen. Wir versuchen trotzdem, weitere möglichst sichere Aussagen über den Schufa-Algorithmus zu treffen und arbeiten dafür weiter mit dem Datensatz. Ursprünglich hatten wir geplant, bei Verzerrungen in den Daten gezielte Aufrufe an bestimmte Bevölkerungsschichten zu richten, um von ihnen Daten zu erhalten. Das ist derzeit aber nicht mehr möglich. Seit Anwendung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai gibt die Schufa mit der kostenlosen Selbstauskunft deutlich weniger Daten also vorher an Einzelpersonen. Datenspenden von Schufa-Auskünften sind also seit Mai für uns nicht verwendbar. Hier muss sich die Schufa bewegen.

Wie geht es weiter?

Wir arbeiten gemeinsam mit unserem Partner AlgorithmWatch weiter an der Auswertung der Daten und hoffen, bald noch weitere Erkenntnisse aus den Daten ableiten zu können. Daran anschließend wollen wir weitere Empfehlungen für gesetzliche Regelungen geben. Wichtig außerdem: Derzeit weigert sich die Schufa noch, kostenlose Auskünfte auch per E-Mail herausgeben, obwohl sie es müsste. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Schufa dieser Verpflichtung aus der DSGVO nachkommt. Die Schufa ist der Anfang, aber nicht das Ende. Wir brauchen mehr Transparenz für alle Scoring-Anbieter in Deutschland und Europa.

Zur aktuellen Schufa-Berichterstattung

Pressekontakt

Arne Semsrott, Open Knowledge Foundation Deutschland, arne.semsrott@okfn.de, 030 57703666 0

OpenSchufa: The first results

- November 27, 2018 in Uncategorized

Today the first analyses of OpenSchufa dataset are published. The data teams and editorial offices of Bayerischer Rundfunk and SpiegelOnline (their making of is here have evaluated the anonymous data that we have collected with the help of our „mydata“ project OpenSchufa since this spring. In the last 10 months this project generated 100,000 individual data requests in Germany. Out of these, more than 30,000 were directed at Schufa and resulted in more than 3,000 data donations to us. Many thanks to all the people who donated money, time and especially their data and supported this project with other resources!

These are the most important findings:

  • Bad scores even without negative characteristics
Many people have bad Schufa scores, although they have no negative characteristics. Our data implies that the Schufa lists some people as „higher risk“ even if they don’t have negative data on them. This means: Apparently the Schufa algorithm is error-prone. Even if people who have no debts or defaults get bad scores, the scoring procedure is broken.
  • Allegedly accurate scores despite inaccurate data
The Schufa scores suggest to the public that they are particularly scientifically prepared. Part of this image is generated by the alleged accuracy of scores such as 85.04% or 97.41%. However, the information is misleading. The Schufa often lacks the data to make reliable statements about the creditworthiness of individuals. In almost a fourth of the people in our dataset, the Schufa has a maximum of three data points on users. In these cases, the score is not particularly trustworthy.
  • Factors: Age, sex and moves
The OpenSchufa data set suggests that factors such as age, gender and many moves affect the Schufa score. For example, young men are often worse off. This means that even aspects that cannot be influenced could cause negative Schufa scores. At the moment, it is not possible to say with the data how exactly the factors affect the respective score and whether the Schufa will include them individually in the calculation or combine them. It is very possible that the scores discriminate.
  • Some scores have fallen out of time
In many areas, the Schufa holds several score versions from one scoring area over individuals. As a result, for example, people have a worse score after version 1 of the Schufa Bank Score than after version 2 or version 3 of the Schufa Bank Score. Those who are unlucky that a bank requests an older score version from the Schufa have worse cards in such an example. The fact that the older score versions are still being released apparently leads to biases.

This results in these demands:

Thanks to OpenSchufa, the German Advisory Council for Consumer Affairs (SVRV) at the Federal Ministry of Justice and Consumer Protection has already written a paper with scoring transparency. SRVR advocated that the Schufa and other scoring providers disclose their algorithm. Characteristics and weighting of the Scores must become understandable for the consumer. As the results of OpenSchufa also show, possible discrimination must be examined and disclosed. A central problem at Schufa is obviously the quality of the score and the data on which it is based. Further reporting by Bayerischer Rundfunk has already shown that the supervision of Schufa and other scoring providers is inadequate. The Schufa itself pays for the reports that should actually review it independently. The Federal Ministry has already announced that it will examine the Council’s recommendations. In addition to transparency, Schufa should also accept its responsibility in society. This includes that the Schufa should cooperate constructively with researchers, journalists and civil society. So far, the Schufa press office has attracted attention primarily because it intimidates journalists

And what about the Schufa algorithm?

We are currently working on reliably deciphering various aspects of the Schufa formula. The challenge: Of around 30,000 data acccess requests that users have sent to Schufa via selbstauskunft.net, only around 3,000 data records have been forwarded to us. Nevertheless, we try to make further reliable statements about the Schufa algorithm and continue to work with the data set. Originally, we had planned to address targeted calls to specific population groups in order to obtain data from them in the event of distortions in the data. However, this is no longer possible at present. Since the data protection regulation (GDPR) was applied in May, Schufa has given significantly less data to individuals than before. Data donations of Schufa information are therefore not usable for us since May.

What’s next?

Together with our partner AlgorithmWatch we continue to work on the evaluation of the data and hope to be able to derive further insights from the data soon. Afterwards we want to give further recommendations for legal regulations. Also important: Schufa currently still refuses to provide free information by e-mail, although the GDPR obliges them to. We will work to ensure that Schufa complies with this obligation. The Schufa is the beginning, but not the end. We need more transparency for all scoring providers in Germany and Europe.

Schufa reporting on the 28th of November (in German)

German version of this article with more frequent udates

For further inquiries

Walter Palmetshofer, Open Knowledge Foundation Deutschland, walter.palmetshofer@okfn.de, 030 57703666 0

OpenSCHUFA: Verbrauchergerechtes Scoring

- October 30, 2018 in Uncategorized

Heute findet die Präsentation des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen statt. Thema: Faires Scoring. Wir berichten live vor Ort. #fairesscoring #openschufa

Das wichtigste in Kürze

Programm der Veranstaltung Übersichtsseite zu „Verbrauchergerechtes Scoring“ (Sachverständigenrat) Technische und rechtliche Betrachtungen algorithmischer Entscheidungsverfahren (Gesellschaft für Informatik e. V.)

Handlungsempfehlungen

Handlungsempfehlungen des Rats (S. 142-151)
  1. Scoring für den Verbraucher verständlich machen
  2. Scoring-Wissen und Kompetenz fördern
  3. Diskriminierung prüfen und offenlegen
  4. telematikfreie Option sicherstellen
  5. Score-Qualität gewährleisten
  6. Datenqualität sichern
  7. Aufsicht verbessern
  8. Super-Scores
Empfehlungen
Aus den Handlungsempfehlungen: „Das Potenzial digitalen Scorings kann nur ausgeschöpft werden, wenn eine Reihe von gesellschaftlich legitimen erwartungen erfüllt sind. nur dann wird es von Verbrau­ chern auch akzeptiert werden und nur dann wird es ih­ nen zunutze sein.“ Das war unser Antrieb für OpenSchufa.
  1. Scoring verständlicher machen
Die ergebnisse der repräsentativen Bevölkerungsbe­ fragung zeigen im detail, dass das Wissen über die ver­ wendeten merkmale im Bereich des Bonitäts­scorings neben dem alter davon abhängt, ob eine person in den vergangenen fünf Jahren eine Selbstauskunft eingeholt hat. formale Bildung für sich genommen scheint dage­ gen keinen relevanten Einfluss auf das Scoring- Wissen zu haben. Interessant ist auch, dass die Befragten mehrheitlich dagegen sind, eine Rückmeldung zu ihrem Score-Wert zu erhalten; knapp die Hälfte möchte grund­ sätzlich (mit unterschiedlicher Häufigkeit) darüber aktiv informiert werden. Fast 50% der Bevölkerung wünscht sich einen transparenteren Umgang. Festzustellen, welche merkmale für Verbraucher wesentlich sind, kann nicht nur Aufgabe des Gesetzgebers sein, sondern sollte auch Aufgabe von Verbraucherorganisationen oder der „marktwächter“ der Verbraucherzentralen sein. Eine vollständige Offenlegung der Scores und ihrer Eigenschaften gegenüber Aufsichtsbehörden ist in jedem Fall notwendig (vgl. das SVRV Gutachten „Digitale Souveränität). Dieser Forderung schließen wir uns an. Ein Teil des SVRV spricht sich für eine weiterreichende Scoring-Transparenz aus. Er ist der Auffassung, dass stets sämtliche in einen Score eingehenden Merkmale gegenüber dem Verbraucher offenzulegen sind und ihr relatives Gewicht in der Score-Berechnung anzugeben ist. Etwaige Geheimhaltungsinteressen der Scoring-Anbieter und -Nutzer haben insoweit gegenüber dem Auskunftsinteresse der Verbraucher zurückzustehen, wobei das Geschäftsgeheimnis der Entwicklung und Programmierung eines scores gewahrt bleiben sollte. Wir begrüßen, dass ein Teil des Rats eine weitergehende Lösung befürwortet. Die Verständlichkeit der Scores durch Verbraucher sollte nicht nur von Fachleuten behauptet, sondern empirisch überprüft werden.
  1. Scoring-Wissen und Kompetenzen fördern
Update folgt
  1. Datenqualität sichern
1. Eine angemessene Datenqualität bei der Score­-Entwicklung ist zu gewährleisten und den Aufsichtsbehörden zu dokumentieren. Begrüßenswert und wünschenswert. Aktuell gibt es ja noch viel „room for improvement.“ Siehe Fall (golem). 3. In der anwendung der Verfahren ist die Korrektheit, Vollständigkeit und aktualität der Daten sicherzustellen. Sowie der Verlauf der Daten (Hinweis auf ACM, GI Gutachten). 4. Zur Überprüfung der Datenbasis durch die Verbraucher selbst hat der SVRV bereits in seinem Gutachten „Digitale Souveränität“ die Option eines Daten-Dashboards skizziert, um ein ver­braucher­zentriertes Datenmanagement zu ermöglichen. Dazu bedarf es der Möglichkeit für den Verbraucher die Daten zu bekommen. Dies ist im Moment nicht der Fall. Es sei der Hinweis gestattet, die aktuelle Handlungsverbesserungen sind auch ohne Blockchain möglich. Es freut uns, dass die Vorschläge von „Digitale Souveränität“, die Stärkung der Verbraucherposition übernommen wurde.

Aussagen

Girgenzer Schufa legt Verfahren den Datenschutzbehörden vor, die Aussage „Schufaverfahren bereits für Behörden transparent (Hessen).“
Sprecher NRW: Es fehlt notwendiges Fachwissen. Es wird nur auf Plausibilität geprüft.
Hinweis aus Bayern: Gutachten von Auskunftsdateien selbst. Interessenskonflikt.
Gigerenzer vergleicht den Interessenskonflikt der Auskunftsdateien mit Ratingsagenturen vor der Finanzkrise. Axiom Daten über 44 Mio. Deutsche. Oracle, Deutsche Post auch dabei. Bzgl. „Super-Scoring“ und China der Hinweis auf „Bedenken second“ schiefgehen könnte, falls das Ergebnis nicht gewünscht ist (Fehlerquote Überwachungskameras Südbahnhof).
Frage, welche Gesellschaft wir haben wollen, verbrauchergerechtes Scoring der Weg dort hin.“ „Nicht nur in der Wissenschaft, auch in der Öffentlichkeit wird die Transparenz von Scoring-Verfahren diskutiert. Im Februar 2018 starteten die gemeinnützigen Organisationen Open Knowledge Foundation und Algorithm-Watch die Initiative OpenSCHUFA. Zu den erklärten Zielen des Projektes gehört es, den Algorithmus zu „knacken“, mit dem die Schufa ihre Bonitäts-scores ermittelt (OpenSCHUFA, 2018). Sowohl die in die Berechnung des Score-Wertes eingehenden Daten als auch das Verfahren, nach dem aus diesem Datenmaterial ein individueller Score ermittelt wird, will die Initiative herausfinden, indem möglichst viele Personen der Initiative ihren Schufa-Score (den sie dort erfragen) und ihre persönlichen Merkmale mitteilen. Zahlreiche Medien berichteten über das Anliegen der Initiative (exemplarisch Erdmann, 2018; Schneider, 2018), die SCHUFA selbst trat ihr kritisch entgegen (SCHUFA Holding AG, 2018)“

GI Studie

Wir verweisen auf die sieben Prinzipien des ACM (p 123 GI Studie) Prinzipien für algorithmische Transparenz und Verantwortlichkeit sind folgende:
  1. Awareness: Eigentümer, Designer, Benutzer und andere Beteiligte von Analysesystemen sollten sich der möglichen Vorurteile bewusst sein, die mit ihrer Gestaltung, Implementierung und Verwendung sowie dem möglichen Schaden, den Voreingenommenheit Einzelpersonen und der Gesellschaft verursachen kann, verbunden sind.
  2. Zugang und Rechtsbehelfe: Die Regulierungsbehörden sollten die Einführung von Mechanismen fördern, die Befragungen und Rechtsbehelfe für Einzelpersonen und Gruppen ermöglichen, die von algorithmisch fundierten Entscheidungen betroffen sind.
  3. Rechenschaftspflicht: Institutionen sollten für Entscheidungen verantwortlich gemacht werden, die durch die von ihnen verwendeten Algorithmen getroffen werden, auch wenn es nicht möglich ist, im Detail zu erklären, wie die Algorithmen ihre Ergebnisse produzieren.
  4. Erläuterung: Systeme und Institutionen, die algorithmische Entscheidungen treffen, werden ermutigt, Erläuterungen sowohl zu den vom Algorithmus verfolgten Verfahren als auch zu den spezifischen getroffenen Entscheidungen zu geben. Dies ist besonders wichtig in öffentlichen politischen Kontexten.
  5. Datenprovenienz: Eine Beschreibung der Art und Weise, in der die Trainingsdaten gesammelt wurden, sollte von den Erstellern der Algorithmen beibehalten werden, begleitet von einer Untersuchung der möglichen Verzerrungen, die durch den menschlichen oder algorithmischen Datenerfassungsprozess induziert werden. Die öffentliche Überprüfung der Daten bietet maximale Möglichkeiten für Korrekturen. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, des Schutzes von Geschäftsgeheimnissen oder der Offenlegung von Analysen, die böswilligen Akteuren erlauben könnten, das System zu manipulieren, können jedoch den Zugang auf qualifizierte und autorisierte Personen einschränken.
  6. Überprüfbarkeit: Modelle, Algorithmen, Daten und Entscheidungen sollten aufgezeichnet werden, damit sie in Fällen, in denen ein Schaden vermutet wird, überprüft werden können.
  7. Validierung und Testen: Institutionen sollten strenge Methoden anwenden, um ihre Modelle zu validieren und diese Methoden und Ergebnisse zu dokumentieren. Insbesondere sollten sie routinemäßig Tests durchführen, um zu beurteilen und festzustellen, ob das Modell diskriminierende Schäden verursacht. Die Institutionen werden ermutigt, die Ergebnisse solcher Tests öffentlich zu machen.</i>

Wie geht es weiter bei OpenSCHUFA?

Am 21. November werden wir in einer Podiumsdiskussion bei Wikimedia das weitere Vorgehen diskutieren. Infos folgen!

OpenSCHUFA: Zwischenbilanz der Datenspende – noch immer gerne Daten spenden!

- July 5, 2018 in Uncategorized

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, die Datenspende von OpenSCHUFA läuft jetzt seit sieben Wochen. Wir wollen Euch ein Update zum Fortschritt des Projekts geben, aber auch zu den Herausforderungen:

Was haben wir bisher erreicht?

Mehr als 2.300 Menschen haben ihre Selbstauskunft über www.openschufa.de gespendet. Das Thema Scoring und die Geschäftspraktiken SCHUFA waren Gegenstand einer kritischen Berichterstattung und werden von einer breiten Öffentlichkeit debattiert.

Beteiligung an der Datenspende niedriger als erhofft

Von den mehr als 26.000 SCHUFA-Selbstauskünften, die über selbstauskunft.net/schufa beantragt wurden, sind bislang weniger als 10 Prozent gespendet worden. Hier müssen wir offen sagen, dass wir aktuell hinter unseren Erwartungen liegen. Ein Grund dafür kann sein, dass das Verfahren der Datenspende für viele noch zu komplex und aufwendig erscheint. Dass das Verfahren so aufwendig ist, liegt vor allem daran, dass die SCHUFA möglicherweise nicht konform zur neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) operiert. Wie in einem Bericht der Welt festgestellt wurde, muss eine Auskunftsanfrage, die digital gestellt wird (etwa per Mail) auch digital beantwortet werden. Die SCHUFA handelt aber nicht so. Derzeit prüft das der Hessische Datenschutzbeauftragte. Also, falls Ihr noch nicht eure Daten gespendet habt, oder jemanden kennt der die Selbstauskunft beantragt habt, unser Projekt freut sich sehr über die Datenspende! Spendet eure Daten!

Nach der DSGVO: SCHUFA gibt weniger Daten heraus

Ursprünglich hatten wir vor, bis Ende September dieses Jahres Daten einzusammeln. Seit Inkrafttreten der DSGVO erteilt die SCHUFA jedoch nicht mehr die gleiche Art der Auskunft. Sie nutzt dafür eine unserer Meinung nach schwammige Formulierung in der DSGVO. Dort heißt es in Paragraph 15.3 „Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfügung“. Im alten Bundesdatenschutzgesetz §34 hieß es dagegen: „Die verantwortliche Stelle hat dem Betroffenen auf Verlangen Auskunft zu erteilen über … die zu seiner Person gespeicherten Daten, auch soweit sie sich auf die Herkunft dieser Daten beziehen”. Die SCHUFA gibt also nicht mehr die Übersicht über alle Scores (Branchenscores) in einer kompletten Tabelle heraus, sondern nur noch vereinzelte Scores (wenn die in den letzten 6 Monaten angefragt wurden) sowie den sogenannten Basisscore. Wir sammeln weiterhin auch diese neue Art der Auskünfte ein, können aber die ursprünglich geplante umfassende Analyse der Tabelle in der Form nicht durchführen.

Wie geht es weiter bei OpenSCHUFA?

Die Datenjournalisten von BR und SpiegelOnline werden die Daten auswerten, die bislang gespendet wurden. Im Herbst veranstalten wir eine Diskussion, in der wir mit Politikerinnen, Datenschützerinnen und gerne auch der SCHUFA über das Thema Fairness und Scoring diskutieren werden. Bis dahin bitten wir euch weiterhin, eure Selbstauskünfte anzufordern und eure Daten zu spenden - auch wenn es nur der Basisscore ist. Und nochmals Danke für eure Unterstützung und einen feinen Sommer! Euer OpenSCHUFA Team Weitere Infos: Welt

OpenSchufa.de ist live – jetzt Daten spenden!

- May 15, 2018 in Uncategorized

Los geht’s! Heute launchen wir die Datenspende-Plattform für unser Crowdsourcing-Projekt OpenSCHUFA. Unter openschufa.de können alle Menschen die Daten, die sie bei der SCHUFA über sich angefragt haben, hochladen. Wir werden sie dann gemeinsam mit unserem Partner AlgorithmWatch analysieren, um den SCHUFA-Algorithmus zu knacken. Bereits mehr als 20.000 Menschen haben seit Beginn unserer Kampagne über selbstauskunft.net/schufa ihre kostenlose Selbstauskunft beantragt. Mehr über die OpenSCHUFA-Datenspende und die mangelnde Kontrolle der Auskunfteien berichten Spiegel Online und tagesschau.de. ZUR DATENSPENDE

OpenSchufa is live!

- May 15, 2018 in Uncategorized

Let’s go! Today we launch the data donation platform for our crowdsourcing project OpenSCHUFA. At openschufa.de all people can upload the data they requested from the SCHUFA. We will then analyze them together with our partner AlgorithmWatch to crack the SCHUFA algorithm. More than 20,000 people have already applied for their free self-disclosure since the beginning of our campaign via selbstauskunft.net/schufa. DATA DONATION

Endspurt beim Crowdfunding: Noch drei Tage OpenSchufa unterstützen!

- March 11, 2018 in Uncategorized

Unsere Initiative OpenSchufa hat schon jetzt ein großes Echo gefunden. Animiert durch nationalen und internationale Berichterstattung haben schon fast 15.000 Menschen ihre kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa angefordert. Damit wir die anonymisierten Daten daraus gut auswerten können, brauchen wir jetzt Deine Unterstützung: Noch drei Tage lang läuft das Crowdfunding für OpenSchufa. Spende uns bitte für das Projekt jetzt 20 oder 50 Euro!

Jetzt mitmachen: Wir knacken die Schufa!

- February 14, 2018 in Uncategorized

Ob Kredite, Handyverträge oder Wohnungsbewerbungen - bei wichtigen Verbraucherfragen spielt der Schufa-Score eine zentrale Rolle. Wer zu wenige Punkte hat, geht oft leer aus. Das Scoring-Verfahren des Privatunternehmens Schufa ist allerdings höchst intransparent. Als Geschäftsgeheimnis ist es der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das wollen wir ab heute mit dem Projekt OpenSCHUFA ändern. Gemeinsam mit AlgorithmWatch wollen wir den Algorithmus der Schufa mit Reverse Engineering rekonstruieren. Dazu rufen wir zur Datenspende auf: Alle Menschen können unter selbstauskunft.net/schufa bei der Schufa ihren kostenlosen SCHUFA-Score anfordern und die Daten anschließend an das Projekt spenden. Kommen ausreichend Datenspenden zusammen, können wir möglicherweise nachweisen, ob der SCHUFA-Score diskriminiert: Welche Auswirkungen hat das Geschlecht oder der Wohnort einer Person auf den Score? Ist der Algorithmus überhaupt zuverlässig? Verstärkt er Ungerechtigkeiten?

Crowdfunding für die Auswertungs-Software

Etwa zehn Prozent der 70 Millionen Personen, die laut eigenen Angaben der Schufa dort ein Profil haben, haben einen oder mehre negative Einträge. Überprüft werden diese bisher kaum. Zu möglichen Fehlern im Schufa-Algorithmus kommen noch fehleranfällige Schnittstellen zu etwa 9.000 Vertragspartnern in Banken, Telekommunikationsanbietern und anderen. Zur Entwicklung der Auswertungs-Software machen wir außerdem ein Crowdfunding. Bis zum 15. März sammeln wir 50.000 Euro, um ein möglichst einfaches Interface zu entwickeln, in dem Menschen ihre Schufa-Auskunft per Smartphone einscannen und zusätzliche Daten einpflegen können. Dabei wollen wir vor allem darauf achten, dass die neue Software datenschutzfreundlich ist - also Übertragung und Speicherung der Daten sicher ist. Die Datenspende soll anonymisiert ablaufen, soweit dies im Rahmen der Schufa-Daten möglich ist. zur Selbstauskunft bei der Schufa
weitere Infos und jetzt spenden
Pressekontakt: Arne Semsrott, arne.semsrott@okfn.de, 030 57703666 0