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Kurz vor dem G7 Summit in Deutschland: Report kritisiert deutsche Implementierung von G8 (G7) Open Data Charter

- March 18, 2015 in Deutschland, Featured, G8 Open Data Charter, offene Daten, OGP, Open Data Charter

g8-open-dataIm Juni 2013 unterzeichneten die G8-Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, die “Open Data Charter“. Die Unterzeichnerländer verpflichten sich damit unter anderem Haushaltsdaten, Unternehmensregister und andere Regierungsinformationen öffentlich zugänglich zu machen und sich gänzlich zur Offenheit zu bekennen, auch um “Transparenz und Innovation” zu fördern (unsere Empfehlungen aus 2014). Eine Implementierung der Prinzipien für offene Daten in die Politik der G8-Staaten sowie deren technischer Implikationen sollte bis 2015 abgeschlossen sein. Das Center for Data Innovation, ein gemeinnütziges Forschungsinstitut, hat heute in einen Report veröffentlicht, in dem die Bemühungen der einzelnen Staaten im Rahmen der Charter bewertet werden. Die Forscher sehen bei der Umsetzung der Charter in den G7-Staaten erhebliche Unterschiede. Während alle anderen G7-Länder Fortschritte verzeichnen können, liegt Deutschland abgeschlagen auf dem letzten Platz der G7-Staaten (Russland nicht mit eingenommen). Das vernichtende Urteil:
Overall, Germany has performed relatively weakly on its commitments to the Open Data Charter. While Germany has made commitments to involve civil society groups and the developer community in its open data efforts, and offered a detailed release schedule for key data sets, the country’s commitments in the areas of openness by default and usability have been sorely lacking. In addition, Germany delayed releasing its action plan by nine months, and it was the last of the G8 countries to submit a plan. Coupled with the current German government’s staunch refusal to join the Open Government Partnership, these facts call into question how seriously Germany is taking its Open Data Charter commitments.
Was der Report aber unterschätzt: Es passiert etwas in Deutschland, so sind das kürzlich gestartete Public Community Partnership und die heute gelaunchte Beteiligungsplattform zum Open Data Aktionsplan erste positive Schritte. Aber es fehlt weiterhin an politischen Commitment und Ressourcen für das Thema. Dennoch ist das schlechte Abschneiden auch deshalb sehr brisant, weil Deutschland in diesem Jahr den G7-Vorsitz inne hat und im Juni den Gipfel ausrichtet. Ein möglicher Ausweg wäre sicher endlich den Beitrittsprozess zur OGP zu starten – um sich nicht ganz zu blamieren, am Besten auf dem G7-Summit im Juni 2015. Bitte helft die Open Data Charter in Deutschland doch noch zum Erfolg und beteiligt euch mit Vorschlägen unter http://open-data-aktionsplan.de. Disclamer: Dieser Artikel ist in leicht veränderter Form zuerst auf der Webseite des Arbeitskreis für einen Beitritt Deutschlands zur OGP erschienen.

Review DH Summit 2015: Tagung zu Digitalen Geisteswissenschaften (DH)

- March 6, 2015 in DARIAH, Deutschland, Featured, Open Knowledge Foundation

Bild von @MKerzel

Bild von @MKerzel

Digitale Geisteswissenschaften oder auch „Digital Humanities“ (DH) – dieser Begriff umfasst den systematischen Ausbau digitaler Sammlungen und Objekte sowie die Entwicklung computergestützter Auswertungs- und Nutzungsverfahren für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung und Lehre. Zentrales Thema des diesjährigen DH Summits 2015 am 3. und 4. März 2015 in Berlin war die zukünftige Entwicklung von digitalen Forschungsinfrastrukturen für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Rund 300 Experten aus Wissenschaft und Politik waren der Einladung der beiden Forschungsinfrastrukturprojekte „Digital Research Infrastructures for the Arts and Humanities“ (DARIAH-DE) und „TextGrid – Virtuelle Forschungsumgebung für die Geisteswissenschaften“ gefolgt. Von dem Summit wurden weit über 1.000 Tweets am ersten Tag abgesetzt. Hier eine Auswahl der Tweets passend zu den jeweiligen DH Summit Tagungsprogrammpunkten: In kürze veröffentlichen wir an dieser Stelle auch eine Auswahl von Tweets vom zweiten Tag des DH Summits 2015. Hintergrund: Die BMBF-geförderten Projekte DARIAH-DE und TextGrid tragen dazu bei, europaweit state-of-the-art Aktivitäten der Digitalen Geisteswissenschaften zu bündeln und zu vernetzen. Die Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. ist Partner von DARIAH-DE und unterstützt das Netzwerk bei der Dissemination.

DH Summit 2015 am 3. bis 4. März 2015 – noch wenige Plätze vorhanden

- February 16, 2015 in DARIAH, Deutschland, Featured

In den digitalen Geisteswissenschaften entwickeln sich neue Ansätze für Forschung, Lehre und offene Forschungsdaten. Vom 03.-04. März findet im Berliner Harnack-Haus der Digital Humanities Summit 2015 statt. Das Event wird von den Forschungsinfrastrukturen DARIAH-DE und Textgrid organisiert, mit Unterstützung der Open Knowledge Foundation. Die Tagung richtet sich an alle, die sich für Digital Humanities interessieren. Für das Veranstaltungsprogramm konnten hochkarätige Vertreter aus den Digital Humanities gewonnen werden. So werden die Keynotesprecher Prof. Thaller, Universität zu Köln und Dr. Fendt, Massachusetts Institute of Technology eine Bestandsaufnahme bzw. Notwendigkeiten und Bedingungen der Digital Humanities präsentieren. Geplant sind zudem zwei Panels zu den Perspektiven aus Sicht der Wissenschaft, Infrastruktureinrichtungen und Förderinstitutionen sowie Pro- und Contrapositionen zum Thema Zukunft mit Tradition in den Geisteswissenschaften. Am 3. März wird Saskia Esken, Mitglied des deutschen Bundestags, eine Keynote zum Thema Digitales Publizieren, Open Access und Open Data halten. DH-Summit-SlideNEU Die Anmeldung und alle Informationen rund um das Veranstaltungsprogramm gibt es auf der Webseite www.dhsummit2015.de. Hintergrund: Die BMBF-geförderten Projekte DARIAH-DE und TextGrid tragen dazu bei, europaweit state-of-the-art Aktivitäten der Digitalen Geisteswissenschaften zu bündeln und zu vernetzen. Die Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. ist Partner von DARIAH-DE und unterstützt das Netzwerk bei der Dissemination.

Positionspapier des Bündnis freie Bildung veröffentlicht

- February 10, 2015 in Deutschland, Featured, oer, offenes Wissen

buendnis-freie-bildungBildungsgerechtigkeit ist ein wichtiger Indikator für die gesellschaftlichen Perspektiven in Deutschland. Das Bündnis freie Bildung (BFB) hat heute ein gemeinsames Positionspapier zum Thema freie und offene Bildungsmaterialien verabschiedet. Das Bündnis stellt dabei fest, dass die bisherigen Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Verfügbarkeit freier und offener Bildungsmaterialien, bisher unzureichend sind und eine klare Strategie zwingend notwendig ist. Freie Bildungsmaterialien werden als ein Mittel für eine gerechtere und partizipativere Bildung gesehen. Zum einen sollen durch Steuergelder finanzierte Bildungsmaterialien für die Allgemeinheit nutzbar sein, zum anderen eröffnen sich mit freien Bildungsmaterialien auch neue und innovative Möglichkeiten des Lernens und Lehrens. Das veröffentlichte Positionspapier enthält konkrete Handlungsempfehlungen. Diese richten sich primär, aber nicht ausschließlich, an die Legislative und Exekutive in Deutschland – soweit Regulierung, Entwicklung und Einsatz von Bildungsmaterialien in den verschiedenen Bildungssektoren Teil ihres öffentlichen Auftrages sind – insbesondere also an die Bildungsministerien und -behörden sowie die Parlamente und Regierungen auf Bundes- und Landesebene. “Während in der Digitale Agenda der Bundesregierung der Themenbereich der freien und offenen digitalen Lehr- und Lernmaterialien gänzlich ausgelassen wurde, hat die Bundesregierung jetzt die einmalige Chance sich klar zu einer Bildungsgerechtigkeit im digitalen Zeitalter zu bekennen”, sagt Christian Heise, Vorstandsmitglied der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. Das Bündnis sieht es als Pflicht der öffentlichen Hand, sich klar zu freien Bildungsmaterialien zu bekennen und eine umfassende OER-Strategie zu entwickeln. Der öffentlichen Hand obliegt es auch, die Rahmenbedingungen und Strukturen zur Förderung von OER zu schaffen und nachhaltig auszugestalten. Es bedarf in der gegenwärtigen Phase einer gezielten Förderung der Erstellung und Nutzung von OER, bei der die öffentliche Hand mit den entstehenden OER-Communities zusammenwirken kann und sollte. Das Positionspapier kann auf der Internetpräsenz des BFB abgerufen werden: http://buendnis-freie-bildung.de/positionspapier-oer/ Über das Bündnis: Das Bündnis Freie Bildung (BFB) ist eine Koalition von Organisationen und Personen mit dem gemeinsamen Ziel, freie Bildungsmaterialien (engl. “Open Educational Resources”, kurz OER) und ihre Förderung in Politik und Gesellschaft zu verankern. Das Bündnis wurde auf Initiative von Creative Commons Deutschland, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland gegründet und versteht sich als Forum für Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für offene Lizenzen in der Bildung einsetzen. Das Bündnis Freie Bildung hat den Anspruch, als Netzwerk die Debatte um freie Bildungsmaterialien in der Öffentlichkeit voran zu bringen und konkrete Vorschläge zu machen, wie OER als Teil der Lehr- und Lernlandschaft gestärkt werden können.

Open Data Index 2014 veröffentlicht: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

- December 9, 2014 in Featured, offene Daten, openindex14

OpenDataIceberg-400Open Knowledge hat heute die aktuelle Ausgabe des Open Data Index veröffentlicht. Während im Bereich Open Data einiges passiert ist, teilen viele Regierungen immer noch nicht genug Daten in frei zugänglichem und nützlichem Format mit BürgerInnen und Unternehmen. Insgesamt wird das gesellschaftliche und wirtschaftliche Potential von Open Data damit nur unzureichend nutzbar gemacht.
Das Öffnen von staatlichen Daten fördert Demokratie, Rechenschaft und Innovation. Open Data hilft BürgerInnen, ihre Rechte zu kennen und zu nutzen, es gibt Vorteile für die ganze Gesellschaft: vom öffentlichen Transport, zum Bildungswesen, zum Gesundheitssystem. Wir sehen einen sehr positiven Zuwachs in der Offenheit vieler Regierungen gegenüber Open Data in den letzten Jahren, aber der heurige Index zeigt, dass wirklicher Fortschritt in der Implementation oft nicht Schritt hält mit der Rhetorik.
- Rufus Pollock, Gründer und Präsident von Open Knowledge Der Index evaluiert Länder und Gebiete nach der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten in 10 Themenbereichen, inkl. Regierungs-Ausgaben, Wahlergebnisse, öffentliche Fahrpläne und Umweltverschmutzungs-Daten. Die Daten wurden in Zusammenarbeit mit aktiven, lokalen Zivilgesellschaftsorganisationen im Bereich Open Government und Open Data erhoben und beziehen sich in föderalen System wie der Bundesrepublik Deutschland nur auf die Bundesebene. Das Vereinte Königreich führt im 2014 Index und verteidigt damit seine Führungsrolle mit einem Wert von 96%, dicht gefolgt von Dänemark, dann Frankreich auf Platz 3 (im Vergleich zum 12. Platz im Jahr 2013). Finnland ist Vierter und Australien und Neuseeland teilen sich den 5. Rang. Eindrucksvoll ist der Fortschritt von Indien (vom 27. Rang 2013 auf Platz 10 2014) und von lateinamerikanischen Ländern wie Kolumbien und Uruguay, die gemeinsam den 12. Platz belegen. Sierra Leone, Mali, Haiti und Guinea belegen die hinteren Plätze unter den gereihten Ländern. Obwohl 2014 ein signifikanter Zuwachs an Open Data gemessen wurde (von 87 2013 zu 104 Datensätzen 2014) war der Prozentsatz der tatsächlich offenen Datensätze in allen gereihten Ländern mit 11% eher niedrig. Es gibt dennoch viel Raum für Verbesserungen: die USA und Deutschland zum Beispiel haben kein konsolidiertes, offenes Firmenregister und auch der Austausch mit der Zivilgesellschaft bedarf mehr Anstrengungen. Ein 9. Platz für Deutschland ist sicher eine Verbesserung, kann aber nicht dem Anspruch der Bundesregierung genügen. Das Ergebnis muss als Ansporn verstanden werden, mehr für die Öffnung von Verwaltungsdaten zu tun, um dem in der Digitalen Agenda definierten Anspruch, eine Vorreiterrolle bei der Bereitstellung offener Daten einzunehmen, gerecht zu werden. Der 2014 Index verzeichnet auch ein enttäuschendes Ergebnis bei der Offenheit bei staatlichen Ausgaben. Die meisten Länder veröffentlichlichen gar keine Daten, oder nur limitierte Daten – nur 2 von 97 Orten (das Vereinte Königreich und Griechenland) bieten wirkliche Daten-Offenheit, was die Staatsausgaben betrifft. Dieser Umstand ist bemerkenswert, da in einer Periode von langsamen Wachstum und Austerität in vielen Ländern offener technischer und legaler Zugang zu Daten helfen kann, Transparenz, Effizienz und Leistung zu steigern.

Erster Transparenztag in Hamburg

- November 17, 2014 in Deutschland, Featured, HmbTG, Informationsfreiheit, offene Daten

transparenzportal-hamburg-betaDas OK Lab Hamburg lädt am kommenden Sonntag zum ersten Transparenztag Hamburg ein. Anlass ist das gerade gestartete Transparenzportal der Stadt Hamburg. Damit das Portal mit Leben gefüllt wird, wollen wir einen Tag mit dem Portal arbeiten, lernen wie es funktioniert, und kleine Geschichten generieren. Der erste Transparenztag Hamburg findet am 23. November 2014 ab 12 Uhr bei 4=1/OpenDataCity, Alter Teichweg 33, 22081 Hamburg statt (S-Bahn Barmbek, Ausgang Globetrotter, ca. 8 Minuten Fußweg). Das Ergebnis können Karten oder auch nur statistische Besonderheiten sein, die wir im Portal finden – angedachte Themen wären z. B.:
  • Welche Zuwendungen bekommen welche Firmen/Vereinigungen/Institutionen in Hamburg?
  • Wo sind Gefahrenstoffe gelagert?
  • Wo sind die Lampendusa-Flüchtlinge untergebracht etc.?
Dazu sind geladen: Nerds und Technikverliebte und die Hamburger hyperlokale Journalistenszene. Ziel ist es, schnelle Geschichten im Transparenzportal zu finden, die wir journalistisch verbreiten können. Es soll kein klassischer Hackathon werden – sondern einer, in dem Journalisten und Coder wirklich gemeinsam arbeiten können.
Grober Ablauf:
  • Begrüßung
  • Einführung Transparenzgesetz von Stefan Wehrmeyer Opne Knowledge Foundation (fragdenstaat.de und correctiv)
  • ab ca. 13.30 Uhr: Team- und Themenbildung (optional: OpenData-Einführung von Marco Maas)
  • bis ca. 20 Uhr arbeiten an kleinen Projekten
  • 20.00 Fazit und Ende
Die Anmeldung und mehr Informationen findet ihr unter: http://pad.opendatacloud.de/p/OKHH-Hackerthon

Sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete… tun Sie endlich etwas für Open Data!

- November 6, 2014 in Digitale Agenda, Featured, offene Daten

sachverstaendige_schildchen

Eine Neuerung zum Open-Data Fachgespräch in 2012: Bundestags-Sachverständige beim Twitterschildchen umdrehen

Gestern gab es im Rahmen der 21. Sitzung des Bundestagsausschusses Digitale Agenda ein Fachgespräch zum Thema “Open Data”. Der Ausschuss hatte dafür Sachverständige eingeladen, “um zu diskutieren, welche Vorteile und Risiken die Bereitstellung offener Daten hat”. Fünf Experten wurden von den Abgeordneten befragt. Unter ihnen war Ina Schieferdecker von Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), Mathias Schindler (ehemals Wikimedia Deutschland, jetzt Mitarbeiter von der EU-Parlamentarierin Julia Reda), Renate Mitterhuber vom Referat E-Government und IT-Steuerung bei der Finanzbehörde Hamburg, Justus Haucap vom Düsseldorf Institute for Competition Economics und Open Access und ich als Vertreter der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.. Einen Videomittschnit des Fachgesprächs gibt es auch: Der vorab versandte Fragenkatalog hatte acht Fragen, von denen mehr als die Hälfte fast deckungsgleich mit den Fragen waren, die 2012 im Rahmen eines Fachgesprächs des Unterausschuss Neue Medien mit dem Titel “Entwicklung und Stand Open Data Projekte” schon mal gestellt wurden. Die Sachverständigen hatten vorab alle schriftlich auf die Fragen geantwortet, die Stellungnahmen können auch im Beteiligungsforum des Ausschusses kommentiert werden. Hier die zentralen Punkte meiner Ausführungen:
  • (Offene) Daten sind eine unerschöpfliche, nachwachsende Ressource, welche vor allem durch gemeinsames Nutzen dieser “aufblüht”.
  • Daten betreffen nicht nur Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft (im Allgemeinen), sondern die Bürgerinnen und Bürger (im Konkreten).
  • Wenn nicht bald entschieden gehandelt wird und die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung und Nutzung offener Daten geebnet werden, werden diese Rahmenbedingungen von außen, von “höherer” Ebene und im schlimmsten Fall undemokratisch diktiert,
  • In Deutschland fehlt es vor allem an politischem Willen (hohes politisches Commitment), Ressourcen in der Verwaltung und zentraler Steuerung
  • Symptomatisch für die politische Behandlung des Themas Open Data ist z.B., dass die Fragen 1,2,3,4 und 6 im Jahr 2012 im Rahmen einer Anhörung des Unterausschusses Neue Medien mit einer ähnlichen Besetzung seitens der Fraktionen größtenteils schon einmal gestellt wurden und bis heute leider noch genauso beantwortet werden müssen.
  • Seit 2012 hat sich m.E. zu wenig getan und auch wenn govdata.de, die GeoNutzV und der G8 Open Data Aktionsplan erste gute Schritte darstellen, gibt es noch immer ein fundamentales Defizit auf der Angebotsseite von wertvollen Open Government Data in maschinenlesbaren Formaten
  • Ebenso wie 2012 fehlt eine gesetzliche Festlegung zur Veröffentlichung von (allen) Inhalten der Verwaltung nach Open Government Data­Prinzipien (z.B. über ein novelliertes Informationsfreiheitsgesetz, Anpassung der eGovernment­Gesetze, über ein eigenes Open Data­Gesetz oder ein nationales Transparenzgesetz).
  • Mögliche Maßnahmen wären ein rascher Open Government Partnership ­Beitritt, gesetzliche Rahmenbedingungen für Open Data (am besten über ein nationales Transparenzgesetz) und die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle für das Thema im Bereich der ministerienübergreifenden Bundesverwaltung.
Die gesamte Stellungnahme kann hier eingesehen werden. Letztendlich möchte ich mich auch dem folgenden Statement von Mathias Schindler anschließen: Eine gute Zusammenfassung des Fachgesprächs findet man auch drüben bei netzpolitik.org und bei der Parlamentsredaktion des Bundestags.

Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG veröffentlicht

- October 21, 2014 in Deutschland, Featured, offenes Wissen, Open Access, Open Science

Zur internationalen Open Access Week 2014 hat die AG Open Science ein Mission Statement veröffentlicht. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Vernetzung von Aktiven im Bereich Öffnung von Wissenschaft und Forschung (Open Science) und die Erarbeitung rechtssicherer Rahmenbedingungen für das Veröffentlichen von Forschungsergebnissen. Zusätzlich soll die Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Open Science Gruppen koordinieren und als Ansprechpartner für Forscher, Institute, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zum Thema Open Science fungieren. Die Open Science AG ist eine offene Initiative, welche die Idee freier und offener Wissenschaft und Forschung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik etablieren möchte. Ihre Mitglieder rekrutieren sich aus verschiedenen Teilen der Forschungslandschaft und assozierter Gebieten. Sie sind überzeugt, dass offen praktizierter Forschung eine Verbesserung der Effizienz der Wissenschaft und langfristig positive Effekte für die gesamte Gesellschaft bewirken wird. Die Öffnung der Wissenschaft soll auf verschiendenen Ebene vorangetrieben werden. So unterstützt die Open Science AG WissenschaftlerInnen bei der Arbeit mit digitalen Ressourcen und Methoden in Forschung und Lehre. Sie will Kooperationsweisen, Methoden und digitale Werkzeuge optimieren, so dass Open Science ohne erheblichen Mehraufwand realisiert werden kann. Dazu gehört ebenfalls, dass WissenschaftlerInnen entsprechende Anerkennung wie auch finanzielle Mittel für die Öffnung der eigenen Forschung erhalten. Auch die Einbeziehung von Bürgern in den Wissenschaftsprozess (Citizen Science) soll vorangetrieben werden. Die AG lebt von den Ideen und der Iniative Ihrer Mitglieder und lädt daher alle Interessiert ein sich einzubrigen. Sie wollen mehr erfahren oder gleich aktiv werden? Mehr über die Arbeit der AG, ihr Mission Statment sowie über die Mitglieder findet man ab sofort unter http://okfn.de/open-science/ oder Sie abonnieren die Mailingliste der Open Science AG.

Veröffentlichung Open Definition 2.0 & deutsche Übersetzung

- October 21, 2014 in Featured, offene Daten, Open Definition, Open Knowledge Foundation

open-definition-deBereits vor knapp zwei Wochen wurde die zweite Version der Open Definition veröffentlicht. Sie definiert Grundprinzipien für Open Data, Open Content und schreibt unsere Grundprinzipien für Offenheit bei Open Data und offenen Inhalten aller Art jenseits von Open-Source-Software fest. Seit 7. Oktober ist sie in der überarbeiteten Version 2.0 verfügbar. Ziel der Open Definition war und ist es OpenWashing identifizierbar zu machen und zu vermeiden, sowie rechtliche Probleme auf Grund der Verwendung falscher oder nicht kompatibler Open-Lizenzen präventiv zu verhindern. Ebenfalls neu: die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 wurde in diesem Zusammenhang als kompatible Lizenz mit aufgenommen (wie bereits angekündigt). Auch wenn es bereits Kritikpunkte an der neuen Version der Defintition gibt, rufen Christian Hauschke und Adrian Pohl dazu auf bei der Übersetzung der Version 2.0 in die deutsche Sprache zu helfen. Dabei sollen eventuellen Schwächen in der Definition nicht Aufgabe der Übersetzung sein. Wir unterstützen diesen Aufruf. Bei der Übersetzung kann im Pad unter https://pad.okfn.org/p/OpenDefinitionde geholfen werden.

Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Open Data Charter der G8 (G7)

- September 24, 2014 in Deutschland, offene Daten, Positionen

g8-aktions-plan - open-dataGrundsätzlich begrüßt die Open Knowledge Foundation Deutschland, dass die Bundesregierung mit fast einem Jahr Verspätung und als letztes der G7-Mitglieder endlich seinen nationalen Aktionsplan (PDF) veröffentlicht hat. Der veröffentlichte Aktionsplan enthält einige sehr gute und für das Thema Open Data in Deutschland recht progressive Ansätze. Allerdings gehen diese Ansätze aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland nicht weit genug. Anfang 2014 hat die Open Knowledge Foundation einen Empfehlungskatalog für den nationalen Aktionsplan an das federführende Referat im Bundesinnenministerium (BMI) übermittlet. Von diesem Empfehlungskatalog wurden leider nur einige wenige Punkte übernommen. Positiv hervorzuheben ist die Ankündigungen, dass eine “gesetzliche Open-Data-Regelung” angestrebt wird, dass “alle Ressorts bis zum Ende des dritten Quartals 2014 eine Open-Data-Ansprechpersonen benennen” und die Erwähnung der Open Definition als rechtliche Grundlage für Open Data in Deutschland. Auch die Feststellung der Bundesregierung “weiterhin den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu suchen” ist nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre grundsätzlich positiv zu bewerten, sollte aber selbstverständlich sein. Alles in allem ist der Aktionsplan der Bundesregierung aus Sicht der Open Knowledge Foundation jedoch inhaltlich zu begrenzt. Die Veröffentlichung von “mindestens zwei Datensätze (…) jeder obersten Bundesbehörde sowie jeder Bundesober- und Bundesmittelbehörde”, und die aufgelisteten 40 bis Ende 2015 zu veröffentlichten Datensätze sind weder qualitativ noch quantitativ ausreichend, um Deutschland ernsthaft “zu einem Vorreiter für die Bereitstellung offener Verwaltungsdaten” zu machen. Außerdem bleiben einige Punkte des 22-seitigen Aktionsplans zu abstrakt für einen Aktionsplan. Schließlich fehlen auch Aussagen zur Open Government Partnership sowie zur Finanzierung der genannten Vorhaben. Neben der Kritik an dem Aktionsplan selber ist aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland besonders problematisch, dass eine direkte Konsultation zur Ausgestaltung des nationalen Aktionsplans mit allen Gruppen der Gesellschaft ausgeblieben ist, dass eine zentrale Clearingstelle fehlt und dass die Erarbeitung des Aktionsplanes nicht in bestehende Aktivitäten im Bereich Open Government eingebettet ist. Auch fehlt es an konrketen Plänen zur Ermittlung an Datennachfrage, zur gezielten Förderung der Nachnutzung offener Daten und zur Schaffung eines Ökosystem für offene Daten. In diesem Zusammenhang wären Maßnahmen zur Vermittlung des Mehrwerts vo offenen Daten für die Verwaltung selbst sehr wünschenswert gewesen. Unser Fazit: Ein erster positiver Schritt, aber leider nicht mehr. Auch wenn die Open Knowledge Foundation Deutschland viel mehr gewünscht hätte und die genaue Überprüfbarkeit der teilweise unkonkreten Maßnahmen schwierig wird, sind wir gespannt, wie die vielen Maßnahmen, wie zum Beispiel die “Public-Community-Partnership” zur Förderung offener Verwaltungsdaten genau umgesetzt werden sollen. Positiv ist zudem, dass zumindest einige der Empfehlungen der Open Knowledge Foundation Deutschland aufgegriffen wurden. Die Open Knowledge Foundation Deutschland wird das Thema weiterhin begleiten, auch, weil Deutschland im Jahr 2015 den G8/G7 Vorsitz hat, den Gipfel ausrichtet und im gleichen Jahr die Implementierung der G8/G7 Prinzipien für offene Daten in die Politik der G7-Staaten samt technischer Implikationen abgeschlossen sein muss. Deutschland hat damit auch eine internationale Verantwortung bei dem Thema. Wir verstehen den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan als ressortübergreifenden Kompromiss eines Rahmensetzungsdokuments das nun in den nächsten 15 Monaten mit sehr viel Leben gefüllt werden muss. Dass aber bis Ende 2015 in Deutschland das erste Prinzp der Charter (“Open Data by Default”) vollkommen ungesetzt werden wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Mehr über die Historie und den Umfang der G8 Open Data Charter finden Sie hier.