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Zwei Jahre Transparenz in öffentlichen Haushalten

- October 7, 2015 in Featured, Gemeindefinanzen, offener Haushalt, Offenerhaushalt, Transparenz

Vor genau zwei Jahren ist www.offenerhaushalt.at offiziell online gegangen! Seither haben über 830 Gemeinden ihre Finanzdaten sowie die entsprechenden Visualisierungen öffentlich zugänglich gemacht. Der Erfolg der Plattform spricht für sich!
2 Jahre Offenerhaushalt

Entwicklung der Zugriffe auf www.offenerhaushalt.at

Wir haben daher:

Open Data Index 2013 – Deutschland bleibt Open Data Entwicklungsland

- October 30, 2013 in Deutschland, offene Daten, offener Haushalt, OGP, okfn, Open Data Census, Open Data Index, Open Government Partnership, Positionen

Kurz vor dem jährlichen Treffen der Mitglieder der Open Government Partnership in London hat die Open Knowledge Foundation den aktuellen Open Data Index 2013 veröffentlicht. Der Index sammelt Informationen zu 70 Ländern und zeigt das alle Regierungen sich noch schwer tun, wichtige Informationen offen und frei zugänglich zu veröffentlichen. Der Open Data Index bewertet die Länder anhand der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Informationen und Daten in zehn wichtigen Bereichen. Darunter fallen Datensätze und Datenbanken wie der jährliche Haushalt der Regierung, die getätigten Ausgaben, Wahlergebnisse, Statistiken, Kartenmaterial und Schadstoffemissionen. OD_Index2013 Deutschland (Ergebnisse) gehört im Index nicht zur Spitzengruppe und ist von den Pionieren in Sachen Open Data, wie Großbritannien, den USA und Dänemark weit entfernt. Das liegt vor allem daran, dass viele wichtige Datensätze wie die Postleitzahlen aber auch Datenbanken wie das Handelsregister nicht offen zugänglich sind. Dabei hat Deutschland mit dem Launch des Datenportals GovData.de eine gute Basis für die zentralen Bereitstellung offener Daten geschaffen. Nun geht es daran die fehlenden Lücken zu schließen und z.B. im Falle der Fahrpläne auch halbstaatliche Betriebe wie die Deutsche Bahn zur Veröffentlichung ihrer Daten zu zwingen. Mit der Unterzeichnung der G8 Open Data Charta im Sommer diesen Jahres verpflichtet sich die Bundesregierung, einen nationalen Aktionsplan zu entwickeln und zeitnah umzusetzen. Der Index zeigt nun deutlich an welcher Stelle die kommende Regierung ansetzen muss, um ihrer Verpflichtung nachzukommen. Um den Prozess der Veröffentlichung von Verwaltungsdaten in Zukunft gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft zu koordinieren, empfiehlt die Open Knowledge Foundation Deutschland den Beitritt zur Open Government Partnership (OGP). Das Ziel mit der Veröffentlichung der genannten Verwaltungsdaten Transparenz und Innovation zu fördern würde mit den Zielen von offener Rechenschaftslegung, Korruptionsbekämpfung und Beteiligung, kurz der Idee eines Open Government erweitert. Dazu bieten Treffen und der Austausch mit den OGP Mitgliedern, wie derzeit in London die Möglichkeit von den Erfahrungen anderer Länder zu lernen und Anfängerfehler zu vermeiden.  

Newsletter OKF DE April 2013

- May 14, 2013 in Berlin, Events, Featured, Nahverkehr, Newsletter, offener Haushalt, OKCon, OKF Deutschland, Open Knowledge Foundation, Open Transport, VBB

Monatlicher Bericht über Aktivitäten und Projekte der Open Knowledge Foundation Deutschland. Hier ist unser neu gestalteter Monatsbericht. Wer ihn noch nicht abonniert hat, kann das hier nachholen.   banks-thumb Rückblick in den April Der April war sehr ereignisreich für uns. Ein wichtiger Termin war der Launch des Offenen Haushalts von Berlin. Die Idee ist, die Ausgaben und Einnahmen der Verwaltung mithilfe der Software OpenSpending aufzubereiten und leicht zugänglich zu präsentieren. Wir hoffen, dass bald noch mehr Länder und Städte folgen. Ein Schritt in die richtige Richtung war der erfolgreiche Workshop zu Möglichkeiten Offener Standard-Schnittstellen in Ratsinformationssystemen von Marian Steinbach (Offenes Köln). Offene Schnittstellen würden den Zugang und die Veröffentlichung behördlicher Dokumente wie z.B. parlamentarischer Eingaben über die Kreisgrenzen hinweg kostengünstig und einfach gestalten. Eine erste Version des OParl genannten Standards soll zum Juni dieses Jahres fertig sein. Bisher war die Resonanz von Anbietern und Nutzern erfreulich groß.   Trial_of_Pig OKF @ re:publica Die letzte Woche über raubte uns die re:publica 2013 den Schlaf. Wir nutzen die “Internetmesse” (Quelle: Tagesschau), um OKF-Mitglieder und Freunde aus der ganzen Welt zu treffen. Unsere Vorträge thematisierten die Wichtigkeit offener Daten für den einzelnen Bürger, für Kulturschaffende und Kulturbewahrer und für investigativ arbeitende Journalisten. Der Vortrag “Open Data – Was hat das mit mir zu tun” schaffte es bis in die Online-Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung. Einen detaillierten Rückblick mit den Links zu den restlichen Videos geben wir euch auf diesem Blog. Am Mittwoch nutzen wir die re:publica zur Präsentation der Gewinner-Apps von Stadt Land Code. Die Veranstaltung war gut besucht, und wir konnten auch die Sponsoren vor Ort begrüßen. Wer die Projekte noch nicht kennt, findet hier eine Übersicht.   pietri_dorando- finish - 540 Open Data 4 Kids Auf der re:publica wurde neben Open Data viel über Kinder und Jugendliche geredet und fehlender netzpolitisch aktiver Nachwuchs beklagt. Wir freuen uns daher, in Kooperation mit Young Rewired State den deutschlandweit ersten Open Data-Hackday für unter 7-18-jährige Haecksen und Hacker organisieren zu dürfen. Unter dem Titel “Jugend hackt” wird er vom 7. – 8. September in Berlin stattfinden. Unser Favorit der extra für diesen Tag befreiten Daten aus der Berliner Verwaltung ist die Sammlung aller Zootiere im Stadtgebiet. Wir hoffen auf viele kreative Anwendungen und Ideen! Wenn ihr Lust habt, uns bei “Jugend hackt” unterstützen, dann schreibt an info@okfn.de. Weitere Details zu “Jugend hackt” wird es bald auf unserer Homepage geben.   domenicocabinet-detail Was wird spannend? Die nächsten Monate werden spannend und ereignisreich. So können wir verraten, dass es am 15. Juni einen Hackday zum Thema Energiedaten geben wird. Er beginnt um 12 Uhr im Supermarkt Berlin (Anfahrt). Mehr Informationen gibt es bald auf unserer Seite. Ein weiterer Termin ist der Berliner Open Data Day, der am 24. Juni stattfinden wird. Am 17. September beginnt die diesjährige OKCon in Genf. Der Call for Papers läuft noch bis zum 24. Mai. Wir freuen uns, euch bei den Events zu treffen! Für die anstehenden Projekte können wir in den nächsten Monaten auf Martin Koll, Student der Politik, Verwaltung und Soziologie zählen, der das Berliner Büro unterstützen wird. Weiterhin suchen wir einen Open Data-affinen Menschen für ein Techi-Praktikum. Meldet euch bei uns!   pietri_dorando- finish - 540 Schon gesehen? Regelmäßige Leser dieses Blogs werden den Beitrag von Stefan Baack gesehen haben. Er hat seine Masterarbeit über Selbstbild, Ziele und Praktiken der OKF geschrieben. Für uns stellt er seine ersten Forschungsergebnisse kurz und bündig vor. Ein guter Einstieg für Bekannte, die fragen, was die OKF macht. Als neuestes Ergebnis unserer Kooperation mit dem VBB zur Öffnung der Berliner Verkehrsdaten dürfen wir euch VeeBeBe vorstellen. Die Seite stellt den Berliner Busverkehr übersichtlich und nutzerorientiert dar. Die ungewöhnlichen Bilder für unseren Newsletter haben wir von der Public Domain Review, einem Projekt der OKF zur Sammlung von Bildern, Grafiken und Texten mit abgelaufenem Copyright. Viel Spaß beim Stöbern!  

Strategische Anregungen zur Öffnung von Haushaltswesen und Haushaltsdaten

- December 19, 2011 in Deutschland, offener Haushalt, Open Data, Positionen, Transparenz

Der folgende Artikel ist Gastbeitrag von Prof. Dr. Jörn von Lucke, Zeppelin Universität Friedrichshafen, Mitglied des wissenschaftlichen Beitrats der Open Knowledge Foundation Deutschland. Das öffentliche Haushaltswesen in Deutschland unterliegt auf allen Ebenen Transparenz- und Öffent-lichkeitspflichten. Web 2.0-Technologien tragen derzeit maßgeblich zu einer nachhaltigen Öffnung von Staat und Verwaltung bei. Sie revitalisieren bestehende Berichtsinstrumente und ermöglichen eine intensivere Bürgerbeteiligung in den Haushaltsprozessen von Europäischer Union, Bund, Ländern und Kommunen. Ganz im Sinne von Open Budget 2.0 wird diese Entwicklung über die gesetzlichen Vorgaben zu Haushaltstransparenz, Budgetöffentlichkeit und offene Haushaltsdebatte hinaus vor allem von einer aktiven Umsetzung durch die Verwaltung selbst, der Vernetzung offener Haushaltsdaten und einer Bürgerbeteiligung über soziale Medien geprägt. Zur erfolgreichen Umsetzung solcher Überlegungen sind nicht nur Impulse aus der Wissenschaft (Gutachten der Zeppelin Universität) und Politik erforderlich, sondern es muss auf allen Ebenen neben einer Vision und Zielen auch eine Implementierungsstrategie erarbeitet werden. Ausgangspunkt sind die einzelnen Phasen des Haushaltskreislaufes, jeweils unter Berücksichtigung der Vorstellungen der Bürger, der Politik und der Verwaltung. Zu Beginn der Überlegungen steht eine Vision, aus der sich ein Leitbild zur weiteren Öffnung von Staat und Verwaltung im Sinne von Open Budget 2.0 ableiten lässt. Daraus ergeben sich konkrete Ziele wie etwa flächendeckend offene Haushaltsdaten, die Durchführung eines Beteiligungshaus-halts, die Einrichtung eines Transparenz- und Haushaltsportals, die tagesaktuelle Einsicht in die Haushaltsbewirtschaftung für alle Bürger oder die Öffnung von Verträgen. Vorschläge zu den Grenzen einer Öffnung sollten ebenso vorliegen. Vision, Leitbild, Ziele und mögliche Umsetzungsstrategien können von der Politik vorgegeben oder von der Verwaltung im Zusammenspiel mit der Politik erarbeitet werden. In diesem Zusammenhang sind Einrichtungen der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft als Vermittler und Impulsgeber besonders gefragt. Offenheit als Vorgabe muss mehrheitsfähig sein, soweit Abstimmungshürden zu überwinden sind. Die Vorstellungen können bei Europäischer Union, Bund, Ländern, Kreisen, Städten und Gemeinden mit Blick auf denkbare Anknüpfungspunkte im Haushaltskreislauf variieren. Ein Beteiligungshaushalt in einer kleineren Gemeinde erscheint beispielsweise mit Präsenzveranstaltungen in seiner Durchführung noch praktikabel. Auf Landes- oder Bundes¬ebene ist derzeit kaum daran zu denken. Heute könnte dies nur mit IT-Unterstützung realisiert werden. Die Veröffentlichung von Rohdaten ist auf allen Ebenen bereits möglich. Die frühzeitige Vereinbarung gemeinsamer technischer Haushalts- und Transparenzstandards hilft, langfristig echte Interoperabilität zu realisieren. Erste Erfahrungen mit der Umsetzung von Open Budget 2.0 sollten sich in einem Fachressort oder Themenfeld gewinnen lassen. Es ist damit zu rechnen, dass es zunächst nur einige Vorreiter auf Landes-, Kreis-, Stadt- und Gemeindeebene geben wird. Ein wikibasiertes Handbuch könnte den inhaltlichen Austausch zu Open Budget 2.0 in Deutschland beschleunigen. Aus einer Mitwirkung Deutschlands an der Open Government Partnership (http://www.opengovpartnership.org) könnten sich weitere wertvolle Impulse im internationalen Austausch ergeben. Ein Erfahrungsaustausch zur Öffnung des Haushaltswesens hilft, um von den theoretischen Potentialen und den real gemachten Erfahrungen anderer Gebietskörperschaften zu profitieren. Aus diesen Erkenntnissen und vorbildhaften Lösungen können Anregungen für eigene Schwerpunkte gewonnen, Hinweise zur Vermeidung von Fehlschlägen gezogen und eine Folgenabschätzung konkretisiert werden. Bewerbung und Medienpräsenz sind bei jeder Form der Öffnung wichtig. Andernfalls hilft es der öffentlichen Akzeptanz kaum, wenn niemand die Initiative, den transparenten Haushalt und die Mitwirkungsmöglichkeiten kennt. Hier stellt sich die Frage, ob die Bürgerschaft in ihrer Breite oder nur eine kleine intellektuelle Schicht unter Mitwirkung der Presse am öffentlichen Haushalt ein ernst-haftes Interesse hat und sich einbringen kann und wird. So besteht die Sorge, die Bevölkerung sei von Papier und Zahlenwerken bereits überfordert. Marketingkampagnen und Schulungsangebote fördern die Information von Bürgern über die Haushaltstransparenz und deren Qualifikation zur Mitwirkung. Jeder Impuls sollte zählen. Idealtypisch möchte die Bürgerschaft zu jedem Zeitpunkt wissen, was passiert und wie der aktuelle Status ist. Um alle zu ermutigen, sollte über Einflussmöglichkeiten, Ergebnisverwertung und Fristen realistisch informiert werden. Ziel muss eine dauerhafte Mobili-sierung und Beteiligung der Bevölkerung sein. Bei Beteiligungshaushalten kann dies auch über wechselnde Themen erzielt werden. Der Bürger muss jedenfalls spüren, dass er etwas bewirken kann. Wollen Bürger dann jährlich bei der Beschlussfassung von Haushaltsgesetz oder Haushaltssatzung mitstimmen, müssten sie sich selbst in das Parlament oder den Rat wählen lassen. Eine wichtige Zielgruppe sind Abgeordnete und Räte. Sie haben ein ganz persönliches Interesse an frei zugänglichen Haushaltsdaten, interaktiven Visuali¬sie¬rungen und Transparenzportalen, da solche Aufbereitungen ihnen bei der Meinungsbildung und bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen helfen, die sie in regelmäßigen Abständen treffen müssen. Mit Blick auf die Verschuldung öffentlicher Haushalte und zu erwartender sinkender Steuereinnahmen stellt sich die Frage, wie Open Budget 2.0 etwas zur Lösung der Finanzierungsprobleme von Stadt, Kreis, Land und Bund bei¬tragen könnte. Vielleicht eröffnen Sparhaushalte und der Einblick in die Haushaltsbewirtschaftung auf allen Ebenen ganz neue Akzente. Eine Umsetzung dieser Gedanken sollte allerdings nicht nur durch die Politik von oben nach unten durchgesetzt werden. Ganz im Sinne von Open Government sind auch die Bürger in die Konzeption einer Öffnung des Haushaltswesens einzubinden. Werden deren Vorschläge berück-sichtigt, wächst das Interesse in der Bevölkerung. Der unbedingte Wille der Politik dieses Thema durchzusetzen ist allerdings die Voraussetzung zur Durchführung dieser liberalen Idee. Es gibt also noch viel zu tun. Schließlich befinden wir uns weiterhin in einer digitalen Pionier- und Gründerzeit! Der Beitrag basiert auf dem TICC-Gutachten “Open Budget 2.0 und Open Budget Data” (PDF). Es liegt auch eine Kurzzusammenfassung des Gutachtens in Deutsch und Englisch vor.